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„Wehrdienst“, „Dienstpflicht“ oder nur noch „dienen“?!

Deutschland im medialen Sommerloch

Vor mehr als sieben Jahren wurde die Wehrpflicht ausgesetzt. Ein Umstand, der einigen in der Union erst jetzt so richtig, bei Hitze, Dürre und mitten im medialen Sommerloch, auffällt. Über das „Stöckchen“, das die Union in puncto „Wehrpflicht“ jetzt hoch hält, springen nahezu alle Medien.

Wozu eigentlich?! Sicher, warum sich nicht für ein Jahr als Soldat oder Zivildienstleistender verpflichten, das Mutter- bzw. Vaterland zu verteidigen oder zumindest dessen soziale Strukturen zu verbessern?! Nur: Warum schaffte man dieses Unterfangen dann ab?

Gründe über Gründe

Man wollte statt einer Bundeswehr „für Amateure“ lieber eine Bundeswehr „mit Profis bzw. Spezialisten“. Was dabei herausgekommen ist, kann man aktuell besichtigen. Wenn „ein paar“ einsatzfähige Panzer, Hubschrauber oder U-Boote zur Verfügung stehen, nebst ausreichenden gendergerechten Uniformen, ist es schon das höchste der bundeswehrtauglichen Glücksgefühle.

Auf zum BFD?!

Der Bundesfreiwilligendienst ist inzwischen nur noch ein Auffangbecken für desinformierte und desillusionierte Schulabgängerinnen und -abgänger, die nicht genau wissen, ob sie nach dem Schulabschluß lieber eine Ausbildung oder ein Studium aufnehmen wollen. Nicht wenige haben falsche Vorstellungen vom Bundesfreiwilligendienst, den nicht wenige vorher abbrechen…

Seltsames Ehrenamt

Echtes ehrenamtliches Engagement, echter Enthusiasmus für den Dienst „am Nächsten“ ist in Deutschland kaum noch vorhanden. Fast jedes ehrenamtliche Engagement ist längst nicht mehr nur der „ausgeprägten sozialen Ader“ der Einzelnen bzw. des Einzelnen geschuldet. Für viele ist er nur etwas, um möglichst hauptberuflich in den jeweiligen Bereich einsteigen zu können, um sich dort entsprechende Netzwerke aufzubauen, die beim beruflichen Fortkommen helfen. Richtige soziale Empathie sieht jedoch anders aus!

Vereinsmeierei

Es gründen sich immer mehr so genannte „gemeinnützige“ Vereine und Verbände, oft mit starrer ideologischer Grundausrichtung, bei denen nur diejenigen willkommen sind, welche die vermeintlich „richtige“ politische Einstellung und Gesinnung plus möglichst „richtiges“ Parteibuch aufweisen. Die Sinnhaftigkeit derartiger Vereine bleibt indes zweifelhaft.

Bei nicht wenigen von ihnen geht es um „die Kämpfe gegen Rechts, Links und die Mitte“, was ohnehin mehr als zweifelhaft anzusehen ist, weil die Definitionen, was „Rechts“ und was „Links“ ist, mitunter fließend sind Diese Vereine „boomen“ jedoch  – zumal die finanzielle Grundausstattung „Ausreichend“ von der Steuerzahlerin und vom Steuerzahler kommt.

Einiges liegt „im Argen“

Es liegt – sozial und sicherheitspolitisch betrachtet – in Deutschland in der Tat einiges „im Argen“. Nur eine Wiederbelebung der Wehrpflicht und des Zivildienstes wird nicht helfen, die Probleme zu lösen.

So lange es keine Kompetenz an der Spitze „der Truppe“ gibt, der Mindestlohn ein „Treppenwitz“ bleibt, der später ebenfalls nur eine „Hartz IV-Rente“ zur Folge hat, Jobs im öffentlichen Dienst zumeist nur nach „Vitamin B“ bzw. „Gesinnung“ vergeben werden, bei gleichzeitigem Ignorieren der vorhandenen bzw. nicht vorhandenen Kompetenz, und prekäre Jobs immer mehr zunehmen, ist die Diskussion um eine „Dienstpflicht“ nur ein „politisches Theater“.

Das Grundgesetz müßte dazu ebenfalls geändert werden – eine Mehrheit ist dafür nicht in Sicht.

Die „Thematik Dienstpflicht“ ist, wie das angebliche „Rassismus-Problem beim DFB“, die „ME TOO-Debatte“ um sexuelle Übergriffe oder die „Hitzewellen“, ein weiteres Beispiel dafür, wie „Mücken“ medial zu „Elefanten“ gemacht werden können.

Ja, es gibt Probleme in den Bereichen „Integration“, „Soziales“, „Pflege“, „Bildung“, „Sport“, „Innenpolitk“ oder „Bundeswehr“, aber wer die Themen dabei so setzt, so inhaltlich bearbeitet, muß sich nicht wundern, wenn sich die Mehrheit der Menschen in diesem Land nicht mehr engagieren möchte. Sie fühlen sich nämlich damit so ziemlich „verarmleuchtert“!

Marko Michels

 


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