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Kompetenzen von Kirchengemeinden stärker für die Region nutzen

Evangelische Kirche im Rheinland gestaltet EU-weit ländliche Räume mit

Düsseldorf. Zusammen mit sechs Partnern aus fünf europäischen Ländern startet die Evangelische Kirche im Rheinland ein Projekt zur Förderung der Entwicklung im ländlichen Raum. Ziel ist es, Lernmaterialien zu entwickeln, damit Verantwortliche in verschiedenen europäischen Regionen Entwicklungsmöglichkeiten vor Ort besser planen und dafür auch EU-Fördergelder erhalten können.

Mit Partnern aus Österreich, den Niederlanden, aus Polen, Rumänien und Deutschland baut die Evangelische Kirche im Rheinland ein Netzwerk auf, um die Lerninhalte zu erarbeiten. Außerdem stehen die Partner des Netzwerks als Kontakte für die jeweiligen Länder zur Verfügung und können Erfahrungen weitergeben. Die erarbeiteten Ergebnisse werden als offene Lerninhalte (Open Educational Resources/OER) veröffentlicht, sodass deren freie Nutzung für Interessierte möglich ist. Die Materialien werden in den Landessprachen der Projektpartner sowie auf Englisch veröffentlicht.

Die Evangelische Kirche im Rheinland nimmt mit diesem EU-Projekt ihre zivilgesellschaftliche Verantwortung wahr. Barbro Rönsch-Hasselhorn, Referentin für EU-Förderpolitik und Fundraising im Landeskirchenamt und Mitinitiatorin des Projekts, begründet das kirchliche Engagement: „Bisher sind Kirchengemeinden und kirchliche Einrichtungen kaum beteiligt, wenn Akteure in einer ländlichen Region oder in einem Quartier ein Konzept für die Zukunft ihres Gebietes  entwickeln. Im Moment bleiben die Kompetenzen, die Kirchengemeinden vor Ort einbringen können, häufig ungenutzt. Das wollen wir mit diesem Projekt ändern.“ Oft wüssten Presbyterien auch nicht, dass sie Fördermittel erhalten könnten und hätten nicht im Blick, welchen Mehrwert für die Entwicklung der Region die Zusammenarbeit mit Partnerinnen und Partnern aus der Kommune und Zivilgesellschaft böte.

Das Projekt strebe an,  haupt- und ehrenamtlich Mitarbeitende in Einrichtungen der Erwachsenenbildung sowie in zivilgesellschaftlichen Organisationen und Kirche zu qualifizieren, damit sie sich besser an Programmen zur Entwicklung ländlicher Regionen oder benachteiligter Quartiere beteiligen können, so Barbro Rönsch-Hasselhorn.

Zu diesem Zweck erarbeiten die Projektpartner Lernmaterial für eine aktive Beteiligung an Regionalentwicklungsprozessen. Dazu gehören zum Beispiel Informationen über Förderprogramme und partizipative Methoden, teilweise mit Hilfe von Video-Tutorials und Online-Tools. Trainerinnen und Trainer sollen ein Curriculum und ein Handbuch erhalten, das ihnen das notwendige Wissen und die Methoden an die Hand gibt, um Schulungen von Mitarbeitenden in Kirche und Organisationen der Zivilgesellschaft sowie von interessierten Bürgerinnen und Bürgern durchzuführen.

Das Projekt wird mit mehr als 373.000 Euro aus Mitteln des „Erasmus+ Programms“ der Europäischen Union gefördert. Es trägt den Projekttitel „GoCLLD: ‘Fostering Community-led Local Development’” und läuft vom 1. November 2018 bis 30. April 2021. Kooperationspartner sind die Evangelische Kirche im Rheinland als Antragstellerin und Projektverantwortliche, die Donau-Universität Krems/Österreich als wissenschaftliche Partnerin, die EU Fundraising Association als europaweite Mitgliederorganisation zur Förderung der europäischen Integration, das Regionalmanagement Regio3 PillerseeTal/Österreich für eine erfolgreiche Region in der Regionalentwicklung, die School for Leaders Foundation/Polen als gemeinnützige Stiftung für politische Bildung und Demokratieentwicklung, die Federation of Social NGOs in Transylvania/Rumänien als Dachverband sozialer Träger und die Stadt Raalte/Niederlande als Kommune, die in der Regionalentwicklung viel Erfahrung hat und Zivilgesellschaft in die Regionalentwicklung einbezieht.

Düsseldorf / EKiR-Pressestelle

 


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