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Bundesprogramm Blaues Band braucht klare ökologische Zielrichtung

Anlässlich der 3. Statuskonferenz zum Bundesprogramm Blaues Band sagt Laura von Vittorelli, Gewässerexpertin des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), mit Blick auf die Umsetzung:

„Der BUND fordert von der Politik, dass das Bundesprogramm Blaues Band Deutschland eine klare ökologische Zielrichtung erhält. Das Bundesprogramm ist eine großartige Chance und Notwendigkeit für den Naturschutz: Denn das Ziel ist, dass aus Bundeswasserstraßen endlich wieder naturnahe Flüsse werden. Dafür braucht es aber auch einen klaren Fokus auf die Renaturierung und die Förderung einer naturverträglichen Freizeitnutzung.

Wird das Bundesprogramm Blaues Band so wie jetzt geplant umgesetzt, befürchten wir, dass bei weniger Güterschifffahrt vermehrt schnelle Freizeit-Motorboote auf den Nebenwasserstraßen unterwegs sein werden. Die im Bundesprogramm vorgesehene Förderung von Wassertourismus, muss nach Auffassung des BUND deshalb daran gekoppelt werden, dass dieser Tourismus nachhaltig und umweltverträglich ist. Eine Freizeitnutzung, die den Gewässern, den Fischen und Pflanzen schadet, darf nicht gefördert werden. Dies bestätigt auch eine heute vorgestellte Studie der Leibniz-Instituts.

Es gibt viele Möglichkeiten, die Natur an den Flüssen und Auen mit Wandern, Schwimmen oder mit einem Kanu zu erkunden, ohne Tiere und Pflanzen zu stören. Wir fordern, dass alle Akteure – insbesondere das Bundesverkehrsministerium – sich der klaren ökologischen Ausrichtung des Bundesprogrammes bewusst bleiben und nur solche Projekte fördern, die nachhaltig und umweltverträglich sind.“

Hintergrund

Das Bundesprogramm Blaues Band wurde 2017 beschlossen. Es sieht unter anderem vor, Nebenwasserstraßen, an denen keine Güterschifffahrt mehr stattfindet, zu renaturieren.  Dabei soll der Wassertourismus explizit gefördert werden.

Nur acht Prozent der Flüsse in Deutschland erreichen die angestrebten Qualitätsziele der EU. Binnengewässer gehören weltweit zu den bedrohtesten Lebensräumen: In Europa etwa ist ein Rückgang von 70 Prozent bei den Süßwasserarten zu beobachten.

Die heute vorgelegte Studie des Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) zeigt, wie sehr Fische nicht nur unter großen Frachtschiffen, sondern auch unter schnellen Motorbooten leiden. Die Wellen, die durch die schnellfahrenden Motorboote und Passagierdampfer entstehen, dringen weit in den Uferbereich ein. So wird beispielsweise die Fortpflanzung von Kieslaichern wie Forellen und Äschen aber auch von Rapfen oder Döbel massiv gestört.

Pressemitteilung / BUND

 


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